Wie die Pfalz zu ihren Namen kam
"Dies alles soll dir gehören, wenn du vor mir niederfällst und mich anbetest!"
Mit diesen Worten, so will es die Sage, versuchte der Teufel Christus in Versuchung zu führen, als er ihm mitten in der Pfalz die Schätze der Welt zeigte. Dies geschah auf einem mit Moos bewachsenen Felsplateau bei der Maxburg (das heutige: Hambacher Schloss). Angesichts der fruchtbaren Rebhügel und der reizvollen Tal und Hügellandschaft soll der Heiland ein einziges Wort erwidert haben: "Behalt`s!" Völlig ergrimmt und erbost wich der Versucher von dannen. Dem Land blieb aber vom "Behalt`s" der Name: "Pfalz", denn der Pfälzer nennt seine Heimat liebevoll "Palz".
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Hermann der Raubritter auf der Rietburg suchte stets nach Möglichkeiten für neue Schandtaten. Zu jener Zeit weilte der König Wilhelm von Holland auf dem Trifels. Seine Gemahlin hielt indes Hof in Worms und wollte, da es Weihnachten wurde zu ihren Liebsten. So machte sie sich auf mit ihrem Gefolge durch die verschneite Landschaft.
Hermann erfuhr von der Reise und schmiedete den Plan, die Königin gefangen zu nehmen, um ein Lösegeld zu erpressen. Gesagt, getan. Der Unhold legte sich mit seinen Mannen auf die Lauer und überfiel den Tross. Schnell war die Königin in ihrer Gewalt und man brachte sie auf die Rietburg. Dort beraubte man sie ihres Schmuckes und warf sie ins Verlies. Wenig später verließen zwei Boten auf ihren Pferden die Burg. Der eine ritt zum Trifels, der andere nach Worms. Der König sollte ein unglaublich hohes Lösegeld aufbringen, die Wormser 1000 Goldgulden. Allerdings hatte sich Hermann mit den Falschen angelegt. Der Bote wurde in den Kerker gesperrt und man rekrutierte ein Heer, welches gegen die Burg zog. Dort wüteten sie so, bis sie hinein gelangten. Kaum einer der Rietburg überlebte. Die Königin wurde befreit und Ritter Hermann landetet stattdessen im Verlies seiner eigenen Festung, welche angezündet wurde und über seinem Kopf abbrannte.
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Der „Weiße Peter“
In Wachenheim stand einst am Fuße der Wachtenburg ein altes Häuschen. Dort wohnte der Peter, der sehr arm und auch durch den Krieg verwundet und krank war. Jeden Tag hörte er aber von den Schätzen, die auf der Burg, die hoch über dem Ort thront kostbare Schätze versteckt seien.So machte er sich eines Nachts auf und erstieg den Berg. Oben angekommen erreichte er ein halbzerfallenes Pförtchen, welches ihn in einen alten unterirdischen Gang führte. Blutspuren zeugten von einstigen Kämpfen und dem Peter wurde es ganz gruselig ums Gemüt. Er sehnte sich nach der rauen Luft der Nacht. Der Gang roch nach Tod und Verderben. Nach einigen Metern wurde es plötzlich heller und er wurde von einem kleinen Männlein angesprochen: „Danke, das du mich geweckt hast. Lange musste ich träumen mit all den Ritter im großen Saal.“ Dann griff der Wicht nach dem Peter und führte ihn in die große Halle an einen gewaltigen Tisch. Ritter saßen an diesem, schliefen aber. Die Schwerter und Schilde lehnten an der Mauer. Dann erklärte das Männlein, warum sie dort schliefen: „Sie müssen schlafen, bis einer durch ein entsprechendes Zauberwort den großen Hund bändigt und den goldenen Schatz weg nimmt. Drei Tore führen zu diesem Schatz. Ein eisernes, ein silbernes und ein goldenes. Vor dem goldenen Tor liegt der grimmige Hund. Wer sich ihm nähert, ohne das er das Zauberwort kennt, wird von ihm angebellt, bis die Ritter erwachen und den Eindringling töten!“ Somit nannte er dem Peter das Zauberwort: „ZUFRIEDENHEIT – hier nimm die drei Schlüssel, den eisernen, den silbernen und den goldenen und vergiss das Zauberwort nicht!“Damit verschwand das Männlein und Peter stand wieder im Dunklen. Er ging weiter und konnte ohne Schwierigkeiten das eiserne und das silberne Tor öffnen. Doch dann tauchte das goldene auf und vor diesem lag der Hund. Dieser fletschte bereits die Zähne. Peter erschrak derart beim Anblick, dass er das Zauberwort vergaß. So floh er voll Panik den Weg zurück durch das silberne und das eiserne Tor in den Rittersaal, der Hund, ihm laut bellend auf den Fersen. Durch den Lärm erwachten die Ritter wie prophezeit und griffen bereits zu den Waffen und wollten sich auf ihn stürzen. Außer Atem konnte er sich grade noch durch den Gang und das Treppchen ins Freie retten. Hinter dem Pförtchen brach er dann vor Überanstrengung und Grauen zusammen.Dort fand man ihm am nächsten Tag. Aber er war kaum noch zu erkennen. Er war um Jahre gealtert. Aus dem blonden Mann war ein weißhaariges, altes Männlein geworden. Seitdem nannte man ihn „Weißer Peter“