Der Kopflose von Burg Beilstein
Zu jener Zeit musste an allen Straßen Wegezoll entrichtet werden. Dies war ein lohnendes Geschäft für die Burgherrn und ein Ärgernis für die Kaufleute, die mit ihren Gütern unterwegs waren. So versuchte mancher über Schleichwege im Wald den Zollstellen zu entgehen. Der Ritter von Beilstein bei Kaiserslautern war aber nicht gewillt, sich seine Einkünfte durch solche Schmuggler verringern zu lassen. Deshalb legte er sich im Hagelgrund am Schmelzer Graben auf die Lauer und erwischte viele, denen er ihre Waren abnahm, sie ins Verlies der Burg warf und für ihren Kopf ein hohes Lösegeld verlangte. Bekam er es nicht, ließ er die Kaufleute enthaupten.
Heute noch geht der Geist des Beilsteiner im Graben seiner Burg umher. Er trägt seinen Kopf in der Hand zur Strafe für seine Frevel..
Die Kröte des Schatzes auf Beilstein
Der letzte Burgherr auf dem Beilstein war ein furchtbarer Raubritter, der zu große Reichtum kam. Seine Schätze vergrub er tief im Keller seiner Burg wo sie heute noch liegen sollen und die Phantasie der Menschen anregt. So mancher wollte bisher den Schatz finden. Keiner hatte aber bislang Erfolg, denn er wird von einer riesengroßen feurigen Kröte bewacht.
Einmal machten sich zwei aus dem Hochspeyer auf, da ihnen der Sinn nach Reichtum stand. Mit Spitzhacke und Spaten wollten sie den Schatz heben. Als sie schon ein tiefes Loch gegraben hatten schlug die Glocke der Siftskirche in Lautern die 12. Stunde und die Kröte kam angehüpft. Den beiden trieb der Anblick des Grauens das Blut aus dem Gesicht, und kreidebleich suchten sie das Weite. Erst am nächsten Tag trieb die beiden die Neugier zurück zur Burg, aber ihr Loch war mit einem großen Fels abgedeckt.
Eine andere Sage berichtet von einem jungen Pärchen, das beim Spaziergang, also ohne Absicht den Schatz zu finden, bei Beilstein unterwegs war. Das Mädchen war etwas weiter voraus und sah an der Burg die gewaltige Kröte. Sie trug einen Schlüssel im Maul, den sie der jungen Frau übergab mit der Bitte „Gehe alleine zur Burg, öffne mit dem Schlüssel und nehme soviel vom Schatz wie du tragen kannst!“ Die junge Frau hatte aber zuviel Angst, alleine zugehen und erzählte alles ihrem Freund. Als sie gemeinsam zur Burg kamen, hatte das Mädchen den Schlüssel verloren.![]()
Der Trauerzug für den Kaiser

Jedes Jahr, am 10. Juni, also dem Todestag von Kaiser Barbarossa erhebt sich aus den Trümmern seiner ehemaligen Festung in Kaiserlautern ein Trauerzug zu seinen Ehren.Während um Punkt Mitternacht seine Feste in altem Glanz erstrahlt und aus der Erde empor fährt, kommen Ritter und Knappen aus ihren Gräbern und bilden einen Trauerzug durch die Gassen. Traurigkeit steht in ihren Gesichtern. Vorneweg reitet ein schwarzer Ritter, das Haupt des Kaisers in den Händen. Die Getreuen rufen seinen Namen ins Dunkel der Nacht.Beim ersten Hahnenschrei verschwindet der Zug, ebenso wie die Kaiserburg, wieder unter der Erde.Erblicken können dieses unheimliche Schauspiel lediglich Sonntagskinder.