Home

Brudermord am Neidenfels

Neidenfels

Wie Dorf und Burg zu seinem Namen kam erzählt folgende Sage: Einst lagen sich die beiden Burgen mit Namen Lichtenstein gegenüber. Dem Burgherren des heutigen Neidenfels senkte aber der Teufel das Gefühl des Neides ins Herz. Voller Missgunst wollte er den Brudermord vollziehen, um seinen Besitz zu vergrößern. Da er den offenen Kampf scheute, lauerte er nach einer Gelegenheit ihn zu töten. Diese ergab sich, als der Lichtensteiner, wie jeden Abend am Fenster stand. So schoss er mit seiner Armbrust auf seinen Erzfeind, der nichtmal einen Todesschrei ausstoßen konnte. So kam er in Besitz der Burg, die fortan den Namen Neidenfels erhalten sollte.

Der Schatz von Lichtenstein

 

LichtensteinZwei Jungen hüteten vor der Burg Lichtenstein eine Herde Ziegen. Als die Glocken der Nikolauskirche sie zur Heimgehen mahnten, machten sie die erschreckende Feststellung, dass zwei der schönsten Tiere fehlten. So trauten sie sich nicht zurück und begannen mit der Suche. Dabei gelangten sie an eine Felsspalte, aus der eine weiße Frau trat. Sie winkte nach ihnen, so dass einer ihr folgte. Der andere blieb bei der Herde. Die Frau führte ihn durch den Felsen zur einer großen Halle, in der unzählige Tiere standen. Aber auch Knechte und Mägde in sonderbaren Kleidern. Er entdeckte auch seine beiden Ziegen und freute sich sehr darüber. Als er sie mitnehmen wollte sprach die weiße Frau: "Halt! Die Geißen kannst du nicht mitholen. Die Neidenfelser schulden sie mir schon lange. Aber ich will dir soviel Geld mitgeben, das du eine ganze Herde kaufen kannst." Daraufhin füllte sie seinen Hirtensack mit etwas, das zwischen dem Stroh lag. Bevor sie ihn gehen ließ, bestand sie darauf, dass er erst in den Sack schauen dürfe, wenn er an dem Heiligen ohne Kopf vorbei gegangen sei. Daraufhin verließ er die Höhle und traf seinen Bruder, dem er alles berichtete. Dieser konnte aber seine Neugier nicht zügeln, was in dem Sack nun wirklich sei und so entriss er ihn seinem Bruder und schaute hinein. Zuvor konnte der andere jedoch noch eine Handvoll des Inhalts entnehmen und in die Hosentasche stecken. Im Sack befand sich aber nur Ziegenmist und so wollte der Bruder, der nicht in der Höhle war, den anderen auslachen. Dieser hatte aber die Taschen  voller Gold, und sie lebten lange sehr wohlhabend.

Die Frau soll heute noch die Schätze in der Höhle hüten.

Die Klausnerin vom Nonnenfels

NonnenfelsAdelinde war die Tochter eines eigensinnigen Grafen von Leiningen. Sie war eine liebliche Person, verstand sich jedoch oftmals nicht mit ihren Vater. Diesem missfiel auch, dass seine Tochter Gefallen an einem Knappen aus seinem Gefolge hatte. Es geschah, was geschehen musste. Der unglückliche Freier musste  fliehen und zog in seiner Gram ins hl. Land, wo er den Tod fand. Als Adelinde die betrübliche Botschaft bekam, verließ sie die Burg und fand Aufnahme in einem Kloster. Alsbald überkam sie jedoch großes Heimweh nach dem Tal ihrer Kindheit und sie verließ das Kloster wieder, um auf dem Nonnenfels Klausnerin zu werden. Wehmütig konnte sie von dort auf die gegenüberliegende Hardenburg blicken. Ihrem Vater gab sie sich jedoch nicht zu erkennen. Eines Tages ritt der Graf zur Jagd aus und fiel dabei vom Pferd. Schwer verletzt brachte man ihm zur Burg, jedoch keiner konnte seine Verletzungen heilen. Davon hörte auch Adelinde. So zog sie vom Nonnenfels auf zur Burg ihres Vaters und heilte ihn, ohne dass er sie erkannte. Als er wieder auf den Beinen war, besuchte er die Nonne und erkannte in ihr seine Tochter. Da fielen sie sich weinend in die Arme und der Graf drängte sie, in die Burg zurückzukehren. "Zieht nur hin lieber Vater, auf euere Burg! Ich will euch wohl wieder Tochter sein, doch als Klausnerin!" antwortete sie. Sie lebte noch lange dort und pflegte viele Kranke und half den Armen.

Hardenburg

Der Lindenplatz

Im Lustgarten der Hardenburg gab es einst einen Lindenplatz. Die Linde war der Lieblingsbaum der Leininger. So wurde für jeden Nachkommen, der das Licht der Welt erblickte, eine Linde gepflanzt. Am Wachstum des Baumes ließ sich das Schicksal und die Lebensdauer der Person ableiten.

 





Der steinerne Mönchskopf

Der Streit zwischen dem Grafen von Hardenburg und dem Abt von der Limburg dauert nun schon lange an. So lud der Graf also seinen Feind ein, damit man endlich zu einer Versöhnung komme. Der Abt gab allerdings keine Handbreit Land ab und die Verhandlungen drohten zu platzen. Als der Graf dies merkte, ließ er den Abt kurzerhand ins Verlies werfen. Die Klosterbrüder auf der Limburg warteten vergebens auf den Abt, und als man von seinem Schicksal erfuhr, wurden Befreiungspläne geschmiedet, welche jedoch alle fehl schlugen. So musste der Abt nach einiger Zeit selber dem Grafen die Hand reichen und Zugeständnisse machen. Als er daraufhin abziehen durfte, wurde er von den Bediensteten der Hardenburg verspottet.

Als Andenken ließ der Graf am Treppentürmchen, welches zum Rittersaal führt einen steinernen Mönchskopf einmauern, welcher Richtung Limburg schaut.

Der Raubritter von der Wolfsburg

WolfsburgAuf der Wolfsburg bei Neustadt hauste einst ein grau-samer Raubritter. Auf einem hervorspringenden Fels stand er an seiner Burg und schaute ins Tal, um vorbeizie-hende Kaufleute auszurauben. Heute noch sieht man seine Fußspuren im Fels. Sie sind groß, so groß wie von einem Riesen.

 

Niemals gelang es, den Raubritter festzunehmen, um ihn für seine Schandtaten und Räubereien zur Verantwortung zu ziehen. Er nagelte die Hufeisen verkehrt herum unter die Hufen seines Pferdes. Auch Neustadt litt unter ihm. So wurde er vor den heiligen Stuhl der Feme geladen. Da er wusste, dass er dort hin musste, machte er sich widerwillig auf den Weg. Allerdings hatte er einen Sack mit Erbsen mitgenommen und legte mit ihnen eine Spur für seine Knechte. So konnten sie ihrem Herrn gut folgen. Die Feme sprach den Ritter schuldig und verurteilte ihn zu Tode. Als man ihn packen wollte, sprangen seine Knechte in den Saal und befreiten ihn.

So entkam er seiner Strafe. Später soll ihn dann aber der Teufel geholt haben, so sagt man.

Die lederne Brücke im Elmsteiner Tal

ElmsteinLinks und rechts des Speyerbach liegen die Ruinen der Burg Spangenberg und Burg Erfenstein. Der Speyerbach war früher noch breiter und hatte gefährliche Strömungen. So waren die beiden Festungen, obwohl kaum einen Pfeilschuss entfernt, unüberwindlich voneinander getrennt. Da sich die Herren der beiden Burgen aber wie Brüder verstanden und oft besuchten, bauten sie eine Brücke aus Leder von Burg zu Burg.

Nun konnten sie sich jeden Tag besuchen und bis in die Nacht zechen. Doch dies war nicht gut und bald schon trübte das Gift der Missgunst die Freundschaft. Als beide mal wieder auf Spangenberg zusammen saßen, erhitzte der Wein noch mehr die Gemüter. So zogen beide blank und fielen übereinander her. Da der Erfensteiner unterlag, floh er über die Brücke. Als er etwa in der Mitte war, schnitt der Spangenberger sie auf seiner Seite ab, und der einzige Freund fand im Tal sein Grab.

Der Hinterhalt auf der Ramburg und später Vergeltung

RamburgAuf der Burg Scharfeneck hauste der Einaug, ein gefürchteter Ritter.In Sichtweite steht die Ramburg, und der Unhold hatte sein verbliebenes Auge auf die Gemahlin des Ramburger geworfen. Sie wollte jedoch nichts von diesem Rüpel wissen und gab Korb für Korb. Einaug gefiel dies nicht und so beschloss er, den Gemahl töten zu lassen, um so die Gunst der Ramburgerin zu gewinnen. Ein Knecht erklärte sich für diesen Frevel bereit und versteckte sich in der Ramburg in einer Ecke des Hofes. Bevor die Sonne aufging betrat der Ramburger den Hof, um in der Kapelle sein Gebet zu verrichten. Da traf ihn der Pfeil aus dem Hinterhalt und er sank schwerverletzt zu Boden. Die Brustwunde war zwar tief und gefährlich, aber seine Gattin pflegte ihn liebevoll wieder gesund und Einaug schimpfte seinen Knecht einen Versager. Er gab ihm aber zweite Chance, seinen Fehlschuß wieder gutzumachen, da er ihn sonst niedergestreckt hätte..So überlegten sie sich einen teuflischen Plan. Abends ritten die beiden zur Ramburg und erkundeten sich mit gespielter Freundlichkeit nach den Genesungsfortschritten des Burgherren. Dieser fühlte sich geschmeichelt und lud die beiden zu sich ein. Es wurde viel getrunken, gelacht und gefeiert. Wie konnte der Ramburger auch wissen, das er seinen Mörder beherbergte. Als es zu späten Stunde ruhiger wurde, gab er jedem seiner Gäste ein Zimmer und legte sich zu Bette. Alle schliefen außer der Knecht von Scharfeneck, der noch seine Tat erledigen musste. So suchte er das Zimmer des Burgherren auf, fand das Bett aber leer vor. So glaubte er sich im Zimmer vertan zu haben und ging ins nächste. Tatsächlich hörte er dort Schnarchgeräusche und hieb sein Sachs tief ins Laken. Froh, seine Schuldigkeit getan zu haben, verließ er das Zimmer auf leisen Sohlen. Er erkannte seinen Fehler, als er vor der Tür ins Gesicht des Ramburger Burgherren schaute. Er hatte seinen eigenen Herren erstochen und landete so am Galgen. Der Ramburger konnte nicht schlafen und war nachts aufgestiegen, um in der Kapelle zu beten. So hatte der eine Gang zum Altar ihn fast das Leben gekostet und der andere sein Leben gerettet, während die Frevler ihre gerechte Strafe erhielten.

Blutende Blumen

Die schönsten Blumen weit und breit wachsen im Waldtal bei der Ramburg. In diesen Blumen wohnen kleine Waldgeister. Wenn man diese Blumen abreißt, hört man ein leises Seufzen und am Ende der Stengel treten Blutstropfen aus.

Der „Wilde Kaspar“ von Spangenberg

 

SpangenbergEine Sage berichtet vom „Wilden Kaspar“. Er war ein unsäglicher Recke, ein raubeiniger Ritter, der weder Gott noch Teufel fürchtete. Er soff, raubte und hurte so, wie es ihm gefiel.

So kam es, dass er die Tochter des Kaiser freite und deren Herz, hold und mild, verfiel bald dem Kaspar. Als dieser merkte, dass sie ihn derart liebte, verließ er Worms und zog samt Zimmerleuten und Maurern in den Pfälzerwald, wo er hoch über dem Speyerbach die Spangenberg erbauen ließ. Als die Burg fertig war, lud er alle Arbeiter in eine Hütte im Tal ein und feierte ein großes Fest. Als der Alkohol nun alle fast besinnungslos gemacht hatte, steckte Kaspar die Hütte in Brand und alle Handwerker fanden in den Flammen ihren Tod. Kaspar stand aber lachend auf seiner Burg und freute sich, weil sie nun nicht mehr seine Burg verraten konnten. Dann machte er sich heimlich erneut auf nach Worms und holte des Kaisers Tochter auf seine Spangenberg. „Ha Liebchen!“ sprach er dort zur ihr „hier sucht dich nicht der Kaiser und nicht des Kaisers Troß!“

So verging einige Zeit. Eines sonnigen Tages zog ein einsamer Pilger durch das Tal. Da er sich verlaufen hatte und die Burg sah, klopfte er an die Pforte und bat um Herberge. Als man ihn zum Burgfräulein führte, wurde er stumm und bleich. Alsbald bat Kaspar den Fremden zum Abendmahl und bewirtete ihn kaiserlich. Dabei schimpfte er auf Kaiser und Fürsten.

Am folgenden Tag verband man dem Pilger die Augen, damit er den Weg nimmer finde und brachte ihn zurück ins Tal. Dort nun allein sprach er zu sich selbst: „Kaspar, kannst dich fertig machen; hol mein Töchterlein schon bald!“ Der Pilger war nämlich der Kaiser selbst und Gott allein hatte ihn zu seiner Tochter geführt.

So kehrte der Kaiser mit seinem Heer zurück und Kaspar sah sich schon bald einem gewaltigen Troß gegenüber. Kaum eine Chance blieb dem Unhold, und als man schon das Tor aufsprengte, fragte er seine Geliebte, ob sie bereit sei vom Burgfried mit ihm in den Freitod zu springen. Sie willigte ein und beide ließen sich zum Entsetzen des Kaisers vom Turm fallen. Aber im Fall fing sich der Wind unter den Röcken und beide landeten unversehrt am Boden. Nun gab es aber kein Entrinnen mehr für den Kaspar. Er sollte am Galgen baumeln. Seine Liebchen jedoch bekam zur Strafe gleich einen anderen Mann.

Die drei Forsthäuser

Forsthaus Kehrdichannichts

Quer durch den Pfälzerwald ging einst eine durch Steine markierte Grenze, welche die Jagdgebiete der Hardenburger auf der einen Seite und des Kloster Limburg auf der anderen regelte.Wie wichtig die Jagdrechte damals waren bezeugen auch die Ruinen der drei  Forsthäuser bei Bad Dürkheim: „Schau-dich-nicht-um“,  „Murr-mir-nicht-viel“ und „Kehr-dich-an-nichts“.Nach der Überlieferung erhielten die Forsthäuser, welche zu Wahrung der Jagdrechte errichtet wurden, die seltsamen Namen, um die gegnerische Seite einzuschüchtern.

Murr mir nicht vielSchau dich nicht um

Nach oben

Sagen und Legenden aus der Pfalz
LogoSagaPalatina