Wie Hans Warsch Oggersheim rettete
Im Dreißigjährigen Krieg drohte der gefürchtete spanische General Don Corduba, der in Lambsheim sein Kriegsheer stationiert hatte, auch die Festungsstadt Oggersheim einzunehmen. Deshalb waren die Bürger des Städtchen bereits in die Festung Mannheim jenseits des Rheins geflohen. Lediglich 24 Oggersheimer verharrten hinter der Stadtmauer, weil sie nicht fliehen konnten oder wollten. Sie stellten sich auf die Stadtmauer und die beiden Tortürme und erwarteten ihr Schicksal.
Wenig später tauchten bereits die ersten spanischen Lanzenreiter am Horizont auf, und die Oggersheimer schossen in ihrer Verzweiflung auf die Übermacht. Ein ungleicher Kampf. Als ein Trompeter der Spanier an das Stadttor ritt und die Übergabe der Stadt forderte, da man sie sonst abrennen würde, flohen die letzten auch über die Mauer in Richtung Mannheim. Ein Schafhirte aber, Hans Warsch, blieb und verhandelte mit dem Trompeter. Tatsächlich handelte er das Versprechen aus, dass Oggersheim und auch er und seine Familie verschont bleibt, wenn er die Stadttore öffnet. Somit machte er das Stadttor auf und die Spanier hielten ihr Versprechen. Der General Corduba stellte sogar eine Wache vor das Haus des Hans Warsch, um es zu beschützen.
Das Weib des Schafhirten brachte wenige Tage später einen Knaben zur Welt und Don Corduba wurde dessen Pate.
(Heute zeugen noch Reste der Stadtmauer und einige Steinreliefe darin an diese Sage.)
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Sabbatschänder

Manch einer verrichtet tagein tagaus sein Werk vor dem Herrgott. Nur Sonntag lässt er die Arbeit ruhen denn, der siebente Tag dient allein der Preisung des Schöpfers.
Andere wiederum scheren sich einen Mist um diese Tradition und machen sich einen Spaß daraus, in ihrer Raffsucht die Frommen durch ihre Emsigkeit am Sabbat zu provozieren. So auch ein Bauer aus Oggersheim. Gingen die Gottesfürchtigen sonntags zur Messe, so fuhr er mit seiner Kutsche an ihnen vorbei zum Acker.
Doch der Herrgott lässt seiner nicht lange höhnen.
An einem Sonntag, als der Bauer mal wieder auf seinem Acker arbeitete, zog ein schweres Gewitter auf. Es donnerte und blitzte, als ob die Hölle ihre Pforten geöffnet hätte. So versteckte sich der Bauer im Schießgraben. Aber es nutzte ihn nichts. Ein Blitzschlag raffte ihn dahin.
Ruhe hat der Sabbatschänder aber heute noch nicht gefunden. An Sonntagen irrt sein Geist als brennende Gestalt im Schießgraben umher. Der Wiedergänger soll sogar einem anderen Sabbatschänder bereits das Werkzeug zertrümmert haben.